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Bidjar-Sandjan

Klassische Perserteppiche aus verschiedenen Provenienzen: Bidjar-Sandjan

Bidjar-Sandjan

In der Provinz Bidjar im Nordwesten des Irans leben größtenteils kurdische Nomaden und Halbnomaden. Die Landschaft um die Stadt Bidjar herum ist sehr weitläufig, hügelig, grün und der Boden bietet gute Bedingungen für den Ackerbau. Während der Wintermonate bestreiten die Bauern mit dem Knüpfen in Heimarbeit ihren Lebensunterhalt. Dass sich in dieser Region häufig auch die Männer am Teppich-Handwerk beteiligen, liegt daran, dass für die Bidjar-typische feste Knüpfung mehr Kraft als üblich aufgewendet werden muss.

 

Der Bidjar zählt bei den Europäern zu den beliebtesten Orientteppichen. Er ist dick, strapazierfähig, zeitlos und in mehreren hochwertigen Ausführungen erhältlich.Feine, wertvolle Bidjar-Teppiche stammen traditionell aus der Stadt Tekap und werden dort von den Nomaden eines kleinen Afscharenstammes geknüpft (siehe auch unter Bidjar).

 

Die etwas gröberen und somit preisgünstigeren Mittelqualitäten werden seit etwa 30 Jahren in dem kleinen Ort Sandjan, etwa 140 km nordöstlich von Bidjar, geknüpft. Der demnach als Bidjar-Sandjan benannte Teppich besteht aus kurzfädiger Schurwolle, die im Vergleich zum Bidjar aus Tekap nicht ganz so fein geknüpft wird und somit etwas spröder erscheint.

 

Knüpfung und Verarbeitung sind jedoch auch hier sehr sorgfältig durchgeführt, so dass der Bidjar-Sandjan mit mindestens 240.000 Knoten pro Quadratmeter den feinen Vorläufern durchaus ebenbürtig ist. Für den Bidjar-Sandjan typisch ist die fast brettartige Steifheit – eine Garantie für fast unbegrenzte Haltbarkeit. Dies ist auch ein Grund dafür, warum die Nachfrage nach den robusten und unverwüstlichen Teppichen im Laufe der Jahre noch gestiegen ist.

 

Für die zeitlose Optik sorgt der Grundton Rot, welcher durch blaue und beige Farbelemente belebt wird, und das so genannte Herati-Muster. Das Innenfeld ist entweder durchgemustert oder in mehrere übereinander liegende Rauten aufgeteilt. Das Herati-Motiv setzt sich aus kleinen Rosetten – ähnlich einer von zwei Blättern umrahmten Blüte – zusammen. Manche behaupten, es sehe aus wie zwei um einen Teich schwimmende Fische und nennen es „Mahi“ (übersetzt: Fisch).

 

Die verschiedenen Qualitäten mit dem bloßen Auge zu erkennen, erfordert sehr viel Erfahrung. Der Handel sollte daher die Bidjar-Sandjan ehrlicherweise auch als solche auszeichnen. Unterschieden werden die verschiedenen Bidjar-Qualitäten heute meist nach ihren Hauptstapelplätzen: vom einfachen Bidjar-Sandjan über den Bidjar-Bukan und Bidjar-Saqqes bis hin zum feinen Bidjar-Tekab.

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen

Teppich1

 

Maß in cm Grundmuster Knotendichte
L B raute d.muster ca. in TSD/qm
105 70 a. Anf. 300
140 85 a. Anf. 300
160 105 a. Anf. 300
200 140 a. Anf. 300
240 170 a. Anf. 300
250 200 a. Anf. 300
300 200 a. Anf. 300
300 250 a. Anf. 300
350 250 a. Anf. 300
400 300 a. Anf. 300
200 75 a. Anf. 300
300 85 a. Anf. 300
400 85 a. Anf. 300

d.muster = durchgemustert
a. Anf. = auf Anfrage