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Nain 9La

Klassische Perserteppiche aus verschiedenen Provenienzen: Nain 9La Sherkat

Nain 6La

Klassische Perserteppiche aus verschiedenen Provenienzen: Nain 6La

Nain 6La

Die zentralpersische Region um Isfahan, Kashan, Ghom und Nain gilt als Zentrum der Teppichproduktion. Während Isfahan und Kashan bereits seit Jahrhunderten als Knüpforte Tradition haben, ist das Teppichhandwerk in Nain noch recht jung – erst mit Beginn des letzten Jahrhunderts wurde dort mit dem Knüpfen begonnen. Mit Erfolg, denn heute zählen die Nain-Teppiche mit zu den Besten, die der persische Markt zu bieten hat.

 

Die kleine Stadt Nain mit etwa 70.000 Einwohnern liegt 140 km östlich von Isfahan. Nördlich der Stadt beginnt die große Salzwüste Dasht-e-Kavir, welche der Gegend ein trockenes und warmes Klima beschert. Geknüpft werden die Teppiche von der einfachen Bevölkerung, meist von Frauen. Sie werden dabei im Winter von ihren Männern unterstützt, wenn in der Landwirtschaft weniger Arbeit anfällt. Die Ware wird meist nach Isfahan geliefert, dem wichtigsten internationalen Handelszentrum.

 

Unter den Nain-Teppichen gibt es mit Nain 6La und Nain 9La hauptsächlich zwei Qualitätsstufen (siehe auch unter Nain 9La). Die Zahl gibt die Anzahl an Einzelgarnen an, aus denen der Kettfaden besteht. „La“ bedeutet Schicht. Je kleiner die Zahl ist, umso dünner ist das Kettfadengarn und umso feiner und dichter ist der Teppich. Selten werden auch Kettfäden aus Seide verwendet.

 

Der Kettfaden eines Nain 6La, der meistens direkt in Nain und in der näheren Umgebung gefertigt wird, besteht demnach aus sechs Einzelfäden, Geknüpft wird mit dem persischen Knoten, ein Nain 6La hat eine Dichte von 650.000 bis über 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter. Die exklusivste, aber auch äußerst seltene Qualität sind Nain 4La.

 

Die typische Farbgebung aus meist beige- oder elfenbeinfarbenem Grundton und (dunkel)blauer Ornamentik unterstreicht den edlen Charakter und die Feinheit des Nain. Manchmal ist die Farbgebung auch genau umgekehrt. Nur ganz selten kommen hellrote Farbtöne zum Einsatz.

 

Mittig findet sich immer ein kreisrundes Medaillon, die Musterung zeigt eher florale Motive mit Blüten und Ranken – ähnlich denen der Isfahan-Teppiche. Zur Verstärkung der Konturen wird häufig Seide verwendet. In Nain liebt man die Tradition: Neue Muster werden selten entworfen, jedoch passen die Hersteller ihre Farbtöne an, damit die Teppiche moderner wirken. Nain 6La werden oft als Brücken gefertigt. Diese sind sehr teuer, weil ihre Musterung filigraner ausfällt als die der großen Teppiche.

 

Ein Name, der im Zusammenhang mit Nain immer wieder fällt, ist der der Familie Habibian. In den 1920er Jahren hat Mahmoud Reza Habibi eine Manufaktur gegründet und dort Nain 6La-Teppiche nach eigenen Mustern, aus eigenem Material und auf eigenen Knüpfstühlen hergestellt. Er war einer der ersten, bei dem vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt alles aus einer Hand kam. Durch ihn erlangte der Nain-Teppich weltweite Bekanntheit und Beliebtheit.

 

Weitere Informationen

Teppich1

 

Maß in cm Medallion
L B hell blau rot
125 80
155 105
200 130
240 165
200 200
250 200
310 210
355 255 a. Anf.
400 300

Knotendichte bei allen ca. 800 TSD/qm
a. Anf. = auf Anfrage